Donnerstag, 15. Februar 2007



Schwimmen lernen


Wenn der Fluss einen Teil der Gartenanlage überspült, neigt sich der Winter dem Ende zu. Dieses Jahr stand bereits im Januar das Wasser knöcheltief. Zwei Tage und Nächte schneite es ohne Unterbrechung, danach wurde es wieder wärmer. Ein Schneemann harrte beinahe eine Woche im grünen Gras aus, bevor nur seine Nase, eine Biomöhre, und seine Kopfbedeckung, Töchterchens Töpfchen, zurückblieben.







Dann fällte der Orkan unsere Felsenbirne. Der Baum stürzte in Nachbars Garten, ohne etwas zu beschädigen. Ein Mann, den meine Tochter "Herr Radio" ruft, zersägte den efeuüberwucherten Doppelstamm. Aber die Wege waren so aufgeweicht, dass es einige Tage dauerte, bevor er weggeschafft werden konnte.







Der Blick von der Sitzecke führt nun geradewegs auf die Fassade des Hauses. Meine Frau überredet mich über eine Neubepflanzung nachzudenken. Stockrosen? Ein neuer Baum? Schilfrohr? Kinder rennen mit ihren Gummistiefeln durch die überschwemmten Gärten zum Fluss.


Die Bille hinab
fährt ein Boot
aus Borke

Auf dem Weg zurück in die Wohnung hole ich die Tageszeitung aus dem Briefkasten: „UNO prophezeit Horrorklima: Lernen Sie schwimmen“.



Die Bille (slaw. biely = "weiß") ist ein 65 km langer Fluss, der im Südosten Schleswig-Holsteins, östlich der Hahnheide bei Trittau, entspringt und an der Brandshofer Schleuse in Hamburg in die Elbe mündet.






Donnerstag, 1. Februar 2007










Ein Vogel fliegt auf.
Sein Schatten an der Hauswand
fällt in die Tiefe












a blackbird lifts off -  
its shadow on the wall  
drops deep behind it  



Erstveröffentlichung: Mainichi Daily News. 19.01.2004