Samstag, 15. Januar 2011

Rückblick




Alter Kalender -

so viele Eintragungen

sind jetzt unwichtig





von Gerhard Stein


Der Autor des Haiku, Gerhard Stein, hat im letzten Jahr bereits seine fünfte Haiku-Sammlung vorgelegt: "Die kleine Brücke" erschien im Werner Kristkeitz Verlag und enthält eine fundierte und verständlich formulierte Darstellung zum Wesen und zur Geschichte des Haiku und außerdem einen Essay über die Frage, ob und inwieweit Haikus und verschiedene Meditationsformen bzw. spirituelle Wege zusammengehören.

Der Autor bevorzugt zwar für sich selbst die klassische Form des Haiku, schätzt jedoch auch einige Exemplare des freien Stils und ist der Meinung, jeder soll für sich selbst entscheiden, ob er seine Kurzgedichte als Haiku bezeichnen will.
Wichtig ist dem Autor die zugrundeliegende Geisteshaltung: Achtsam einen Augenblick wahrnehmen und in einer bestimmten Form und in unprätentiöser Sprache beschreiben.
Gerhard Stein, ursprünglich Ingenieur, arbeitet heute als Diplom-Psychologe, Entspannungstrainer und Fotograf in Kiel, nebenbei studiert er Philosophie.



Im Original ohne Überschrift. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Gerhard Stein.

Samstag, 1. Januar 2011

Neujahrstag




kann nicht sagen

was diese fliege soll

gleich zu neujahr



von gontran peer


Gontran Peer, geb. 1957, lebt und arbeitet in Norditalien. 2009 erschien sein Debütwerk "haiku zeitgemäß" im Wiesenburg Verlag; 2010 folgte "westöstliche haiku", ein kleines, sehr schön gestaltetes Büchlein mit kalligraphischen Illustrationen von Mitsuyo Matsumoto und einem Vorwort von Barbara Zeizinger. Peer nimmt die Leser mit auf eine Reise durch das Jahr und verleiht den kleinen Ereignissen scheinbar absichtslos poetische Qualitäten. "Um Haiku dichten zu können, muss man selbst Haiku sein" steht den Gedichten als Motto voran und zeugt von der innigen Verbundenheit des Autors mit der japanischen Kurzform.


Das Gedicht trägt im Original keinen Titel. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Gontran Peer. Das Haiku ist dem Band "westöstliche haiku" entnommen, das im Wiesenburg Verlag erschienen ist.