Mittwoch, 2. Februar 2011

winter




das land ist stumm

kein blatt auf den lippen



es ist ihm verboten

rose zu sagen



es ist ihm verboten

die tulpen zu rufen



was es sagen möchte

weiss nur der frühling





von Philipp Luidl


Philipp Luidl, geb. 1930 in Diessen am Ammersee. Der freiberufliche Typograf hat bisher drei Bände mit Gedichten (Gedichte, Andere Gedichte, Weitere Gedichte) im Maro Verlag veröffentlicht, viele seiner Gedichte sind auch in Anthologien und Zeitschriften erscheinen. Michael Krüger schrieb: "Philipp Luidl gehört zu den wenigen großen Dichtern, die ihre Gedichte ausschliesslich mit den Augen schreiben. Die wenigen Worte, die es dann braucht, um das Gesehene festzuhalten, sind als Diener des Auges schnell bei der Hand. Weil er lange schauen muss, bis in dem Wirrwarr der Welt sich ein Bild zeigt, das aufzuschreiben sich lohnt, sind seine Texte kurz. Ihre Wirkung dagegen hält beglückend lange an, weil kein überflüssiges Wort von der Schönheit des Gesehenen ablenkt. Seine Gedichte wollen nicht entführen und nicht verführen, sondern hinführen. Genauere Exerzitien des Auges gibt es in der deutschen Poesie dieser Zeit nicht."



Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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