Sonntag, 20. März 2011

natur




natur, dieser sanfte

verlust



und das geschrei

der krähen



man weiß von nichts,

während sie kreisen

im wind





von Carsten Zimmermann


Carsten Zimmermann wurde 1968 in Bonn geboren. Studium der Philosophie und Germanistik. Schreibt Lyrik, Prosa, Essays und Aphorismen und lebt in Berlin. Über Zimmermanns Buch "licht etc.", das 2009 im Leipziger Literaturverlag erschienen ist, schrieb Ralf Julke in einer Rezension: "Denn auch in den Städten – und das ist bei Zimmermann zuallererst das große, rasende Berlin – kann man diese mystischen Momente erleben, wenn man sich nicht anstecken und selber jagen lässt. Wenn man aus den Straßen hinauf ins Blau schaut und sich über die Unendlichkeit freuen kann, die sich da auftut: "auffällig war / dass alles leuchtete. – dies nämlich war der tag / an dem ich umherging. ... Sich selbst nennt er "rätselzweibeiner". Er lässt sich noch ein auf den fast vergessenen Ton des Verblüffenden, der dem, was er sieht, fühlt und ahnt, das Unfassbare lässt, das Rätsel. Er stellt sich nicht mit schnodderiger Geste – wie leider viel zu Viele – auf die Seite des Weiß-ich-schon, Kenn-ich-schon, beeindruckt mich gar nicht." Bei all seiner Wertschätzung des Ungesagten idyllisiert oder mystifiziert Zimmermann nicht: "Alles muss zu Geld werden, zum Profit für irgendwen. Aber warum nur? Welchen Zweck hat diese Jagd? – Zimmermann traut sich das wenigstens noch anklingen zu lassen, ganz ohne Lamento oder Anklage. Er wirft sich einfach den Mantel über und geht los."



Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Autor und Leipziger Literaturverlag. Das Gedicht aus "licht etc." (S. 12) trägt im Original keinen Titel.

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